Syrien
Jetzt spenden!Syrien – was wir dort tun
Ausgangslage
Nach über dreizehn Jahren Krieg ist Syrien ein zerstörtes Land. Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser liegen in Trümmern, viele Städte sind kaum bewohnbar. Millionen Syrerinnen und Syrer leben noch immer im Exil. Gleichzeitig kehren seit dem Sturz des Regimes zunehmend Familien in ihre Heimat zurück – in der Hoffnung auf einen Neuanfang.
Doch Rückkehr bedeutet nicht Sicherheit. Die Familien kommen in Regionen ohne funktionierende Infrastruktur, ohne medizinische Versorgung und ohne verlässliches Bildungssystem. Viele besitzen kaum mehr als das, was sie tragen können. Genau hier setzt unsere Arbeit an.
Unsere Arbeit vor Ort
Wir bauen Schulen in Regionen, in die Familien zurückkehren, und dort, wo neue Dorfgemeinschaften entstehen. Bildung ist dabei der Mittelpunkt, aber nicht das Einzige: Damit Schule überhaupt möglich ist, sorgen wir auch für Trinkwasser, tägliche Mahlzeiten, Schulmaterial, Kleidung und grundlegende medizinische Hilfe.
Gleichzeitig organisieren wir die Rückkehr ganzer Gemeinschaften aus den Camps im Libanon nach Syrien. Wir bauen bestehende Standorte ab, koordinieren Transporte für Familien, Schulmaterialien und Ausrüstung und errichten in den Herkunftsregionen neue Schulen, Versorgungsstationen und Werkstätten. Bildung zieht nicht hinterher – sie wird von Anfang an mitgeplant. So stellen wir sicher, dass der Unterricht nahtlos weitergehen kann und Kinder durch den Ortswechsel nicht ihre Bildungsbiografie verlieren.
Sicherheit und Zusammenarbeit
Nach dem Sturz des Regimes blicken viele in Europa mit Sorge auf die politische Entwicklung. Tatsächlich kontrolliert unter anderem Hayat Tahrir al-Sham (HTS) Teile des Nordwestens, insbesondere die Region Idlib. Diese Gruppierung ist weit von demokratischen Strukturen entfernt.
Gleichzeitig ist HTS dort seit Jahren präsent. In diesen Gebieten haben wir zahlreiche Schulen aufgebaut und betrieben, ohne dass unsere Bildungsarbeit behindert wurde. Anders als das frühere Regime besteht dort kein grundsätzliches Interesse daran, Bildung zu verhindern.
Oft hören wir die Frage, ob Mädchen weiterhin zur Schule gehen können. Syrien ist nicht mit Afghanistan gleichzusetzen, und HTS ist nicht identisch mit den Taliban. Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Bildung für Mädchen in den von HTS kontrollierten Gebieten möglich war – und wir setzen uns weiterhin konsequent dafür ein.
Unsere Arbeit ist humanitär, überparteilich und religionsunabhängig. Wir arbeiten dort, wo Hilfe möglich ist, mit einem klaren Ziel: Kinder sollen lernen können.
Wiederaufbau und Perspektive
Für viele Familien ist die Rückkehr nicht nur ein Wunsch, sondern auch eine Notwendigkeit, weil der Druck den Libanon zu verlasen immer größer wird. Ohne Unterstützung wäre dieser Schritt für viele unmöglich: Es fehlt an Geld, Transportmitteln und sicheren Unterkünften.
Deshalb begleiten wir den Übergang von der Flucht zur Rückkehr ganz praktisch. Während wir Strukturen in den Camps zurückbauen, entstehen in Syrien neue Schulen und Versorgungsangebote. Bildung läuft weiter, auch wenn sich der Ort ändert.
Bis ein staatliches Schul- und Gesundheitssystem wieder zuverlässig funktioniert, werden Jahre vergehen. Solange bleiben wir an der Seite der Menschen.
Hoffnung und Ausblick
Trotz aller Unsicherheit erleben wir bei vielen Rückkehrenden Hoffnung. Immer wieder hören wir Sätze wie: „Jetzt können unsere Kinder vielleicht doch eine Zukunft haben.“
Der Wiederaufbau Syriens wird eine Generationenaufgabe. Die Kinder, die heute in unseren Schulen lernen, werden dieses Land einmal mitgestalten. Bildung ist deshalb mehr als Unterricht – sie ist eine der wichtigsten Grundlagen für Stabilität, Eigenständigkeit und eine friedlichere Zukunft.
Jede Schule, die entsteht, ist ein konkreter Schritt weg vom Krieg – und hin zu neuer Perspektive.





















