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In der Mitgliederversammlung im November wurde über die Namensänderung abgestimmt und die Einladung zur Versammlung ging fristgerecht an alle Mitglieder heraus. In der Einladung wurde bereits als Tagesordnungspunkt auf die Namensänderung eingegangen.

Ich kann Ihnen versichern, dass weder meine Kolleginnen noch ich uns die Entscheidung für die Umbenennung leicht gemacht haben. Ich sage Ihnen gerne, was für mich die ausschlaggebenden Argumente waren:

1.   Ich glaube nicht, dass „Zeltschule“ so ein Markenname ist, wie Sie und ich das gerne hätten (ich spreche mindestens einmal pro Woche mit jemandem, der denkt, dass wir „Zeitschule“ heißen). Ich treffe auch regelmäßig auf Leute, die sich unter „Zeltschule“ nicht das Geringste vorstellen können und für die der Name durchaus keine Vision öffnet. In unserer Bubble der jahrelangen Unterstützer sicher, aber die Bubble, die die Zeltschule seit Jahren kennt, kann sie leider nicht mehr finanzieren. Wir haben rückläufige Spendeneinnahmen, wir sind also darauf angewiesen, dass uns neue Leute (aus dem In- und Ausland) kennenlernen.

2.   Es fasst unsere Arbeit auch in keinster Weise zusammen, kondensiert also auch nicht unsere Mission, denn die geht längst weit über Zeltschulen hinaus. Bei unserer Gründung bestand meine Hauptarbeit aus dem Bau von Zeltschulen. Aber vor kurzem war ich noch in Afghanistan und habe Wasserkanäle durch ein Riesencamp dort gegraben, wir haben zehntausende Kinder geimpft, wir haben 5 voll ausgestattete Krankenwagen, 2 Kliniken, mehrere Berufszentren für Frauen….. Die letzten 12 Monate war ich vor allem damit beschäftigt, unsere Camps im Libanon mit Zeltschulen nach Syrien zurück umzuziehen, wo die Kinder (Gott sei Dank) in festen Schulgebäuden, die wir umgebaut haben, unterrichtet werden können.  Zeltschulen sind einfach schon lange nicht mehr unsere Kerntätigkeit; wir sollten (namentlich) nicht darauf reduziert werden.

3.   doBetter gefällt mir, eben WEIL wir damit weniger festgelegt sind. Bisher ist es ein bisschen so, als wären wir ein Bekleidungsgeschäft, das „Hose“ heißt, obwohl wir seit Jahren die meisten Umsätze mit Turnschuhen und Lederjacken machen. Erfolgreich sind aber immer Namen, die eben NICHT so spezifisch und festgelegt (und eben auch nicht „deutsch“) sind, von H&M über C&A bis hin zu Unicef und Caritas.

4.   Wir werden unsere Bankdaten etc. behalten. Wer auf die Zeltschule-Seite will, wird automatisch weitergeleitet. Ich versichere Ihnen, dass sich an unserer Arbeit nichts ändert. Wir leisten weiterhin effektive, nachhaltige und konkrete Hilfe für die Menschen in Syrien, im Libanon und in Afghanistan.

5.   Ein deutscher Name macht wenig Sinn, weil wir ja ausschließlich im Ausland tätig sind und es schon sehr schade ist, wenn keiner der weit über 100.000 Menschen, denen wir mittlerweile helfen, den Namen unserer Organisation versteht oder aussprechen kann. Durch die politischen Veränderungen in Syrien können wir jetzt auch langsam internationales Fundraising machen; auch dafür ist ein englischer Name besser. Ich liebe die deutsche Sprache auch, aber als diplomierte Übersetzerin für 5 weitere Sprachen kann ich Ihnen sagen, dass auch andere Sprachen wunderschön sind, auch die englische, mit ihrem nahezu unerschöpflichen Wortschatz, der weit über die deutsche Sprache hinaus geht.

6. Für mich ist der Name Ansporn an unsere Spender, Gutes besser zu tun, indem nicht einfach blind Geld überwiesen und das Gewissen beruhigt wird, sondern wirklich darauf zu achten, dass die betreffende NGO auf Augenhöhe mit den Menschen, denen geholfen werden soll, agiert, langfristig hilft, vor Ort ist. Für uns ist der Name eine Verpflichtung zum Anspruch, es besser zu machen als so viele andere NGOs, die mir in den letzten Jahren begegnet sind, deren aufgeblähte Verwaltungsapparate den Großteil der Spendengelder fressen und die in Notsituationen Monate brauchen, um überhaupt zu reagieren.

7. Beim Bau unserer ersten Schule im Sommer 2016 sagte meine damals 7-jährige Tochter, auf meine Nachfrage, wie sie mit den Eindrücken aus den Lagern zurechtkomme, zu mir: „Mama, wir sind hier, um es besser zu machen!“ Diesen Satz, den sie eben nach all den Eindrücken aus den Flüchtlingslagern zu mir sagte, werde ich niemals vergessen. Und auch heute sagt sie diesen Satz noch bei jeder Reise in den Libanon und nach Syrien zu mir!

Sicher sind nicht alle mit dem neuen Namen einverstanden (hätten wir vor 10 Jahren über den Namen „Zeltschule“ abgestimmt, wären sicher auch viele nicht einverstanden gewesen), aber letztendlich ist ein Name Geschmackssache – und man sollte über den Tellerrand des eigenen Geschmacks hinausblicken können. Was zählen sollte, ist die Arbeit der Organisation. Wir reagieren weiterhin flexibel auf die politischen Gegebenheiten und passen unsere Hilfe daran an, damit wir Gutes besser machen. Mit Ihrer Hilfe!

Vielen Dank für Ihre langjährige Unterstützung und herzliche Grüße,

Jacqueline Flory

Jacqueline Flory

Gründerin Vorsitzende des Vorstands

jacqueline@dobetter.org

Tel: 089/24594420 | Mobil: 0177 777 1176

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