Libanon
Jetzt spenden!Libanon – was wir dort tun
Ausgangslage
Seit über einem Jahrzehnt war der Libanon Zufluchtsort für Hunderttausende syrische Familien, die vor dem Krieg geflohen sind. Viele von ihnen leben seit Jahren in informellen Zeltcamps – ohne Strom, ohne Abwassersystem, ohne Müllentsorgung. Was einmal als Übergang gedacht war, ist für viele zur Dauer geworden. Inzwischen steckt der Libanon selbst in einer der schwersten Krisen seiner Geschichte. Die Landeswährung hat fast ihren gesamten Wert verloren, Benzin und Brot sind kaum bezahlbar, Strom gibt es oft nur wenige Stunden am Tag. Immer mehr Menschen – Libanesinnen und Libanesen ebenso wie Geflüchtete – können ihre Familien nicht mehr ernähren. Die medizinische Versorgung ist weitgehend zusammengebrochen, viele Krankenhäuser arbeiten nur noch eingeschränkt.
Die Not trifft alle. Und sie schürt Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen.
In manchen Regionen ist die Stimmung gegenüber den syrischen Familien feindselig geworden.
Viele Geflüchtete werden zunehmend unter Druck gesetzt, das Land zu verlassen.
Für viele unserer Familien ist das ein Wendepunkt: Die Flucht war ein Weg ins Ungewisse – die Rückkehr ist es auch.
Doch wer geht, tut das meist, weil das Leben im Libanon schlicht nicht mehr möglich ist.
Unsere Arbeit im Libanon
Hier hat alles begonnen. Im Libanon haben wir unsere ersten Schulen gegründet, unsere ersten Women’s Workshops eröffnet und gelernt, wie man Bildung auch unter einfachsten Bedingungen möglich macht. Bis heute betreiben wir hier Dutzende Schulstandorte und begleiten Tausende Kinder durch ihren Alltag zwischen Lernen, Spielen und Überleben. Unsere Schulen sind weit mehr als Unterrichtsorte: Sie sind sichere Ankerpunkte inmitten einer gescheiterten Infrastruktur. Hier bekommen die Kinder täglich eine warme Mahlzeit, medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser und ein Stück Normalität. Auch für die Mütter sind die Schulen oft Lebenslinien. In den Women’s Workshops können sie nähen, häkeln und so ein eigenes Einkommen erzielen – eine seltene Form von Selbstbestimmung in einer Umgebung, die kaum Perspektiven bietet.
Warum wir bleiben müssen
Auch wenn viele Familien inzwischen nach Syrien zurückkehren, bleibt unsere Arbeit im Libanon unverzichtbar. Zahlreiche Camps können oder dürfen nicht umgesiedelt werden. Andere Familien warten auf Sicherheit in ihrer Heimatregion oder haben Angehörige, die eine Rückkehr unmöglich machen. Und auch viele libanesische Kinder kommen inzwischen in unsere Schulen, weil das staatliche Bildungssystem völlig überfordert ist.
Wir bleiben, weil unsere Strukturen hier funktionieren – und weil sie gebraucht werden.
Unsere Schulen, Küchen und Werkstätten versorgen Familien, die sonst keine Hilfe mehr bekommen.
Internationale Organisationen ziehen sich zunehmend zurück, doch für uns gilt: Solange Kinder im Libanon leben müssen, bleiben auch wir hier.
Blick nach vorn
Während wir Camps in Syrien neu aufbauen, begleiten wir im Libanon den Übergang: Wir helfen Familien beim Rückbau ihrer Zelte, organisieren Transporte und sichern die Versorgung, bis sie in Syrien wieder festen Boden unter den Füßen haben. Gleichzeitig halten wir unsere bestehenden Schulen für diejenigen offen, die bleiben müssen. Der Libanon war der Anfang unserer Arbeit – und er bleibt ein zentraler Ort unserer Verantwortung. Denn Bildung darf nicht an Grenzen enden.





















