INVICTA ist kein Einzelprojekt – sondern ein vielseitiges Förderprogramm für Mädchen und Frauen.
INVICTA begleitet Mädchen und Frauen über verschiedene Lebensphasen hinweg: vom ersten Lesen und Schreiben, über berufliche Qualifizierung, bis hin zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit. Die Programme greifen ineinander, weil die Lebensrealitäten der Frauen komplex sind. Es gibt nicht die eine Lösung. Es braucht Bildung, Einkommen, Schutzräume und vor allem langfristige Begleitung.
Das doBetter-Programm für Mädchen und Frauen
INVICTA ist das Programm von doBetter, das Mädchen und Frauen in den Mittelpunkt stellt. INVICTA bedeutet „unbesiegt“ – und beschreibt genau das, worum es geht: Frauen und Mädchen, die durch Krieg, Armut und Vertreibung systematisch an den Rand gedrängt werden, darin zu stärken, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Wenige Dinge beeinflussen den Kampf von Frauen um Gleichstellung und Selbstbestimmung so stark wie Krieg, Flucht und der Zusammenbruch staatlicher Strukturen. Wenn Länder zerfallen, verlieren Frauen oft als Erste den Zugang zu Bildung, Arbeit, medizinischer Versorgung und gesellschaftlicher Teilhabe. Gleichzeitig tragen sie die Verantwortung für Kinder, für Familien, für den Alltag. Wer also über Zukunft spricht, muss über Frauen sprechen.
Von Anfang an war es eines unserer zentralen Anliegen, Frauen und Mädchen bewusst zu unterstützen, zu fördern, auszubilden und zu ihrer Unabhängigkeit beizutragen. Unser Grundsatz ist dabei klar: Hilfe kann nur auf Augenhöhe funktionieren. Sie darf nicht von außen vorgegeben werden, sondern entsteht im direkten Austausch mit den Frauen selbst – aus ihrem Alltag, ihren Herausforderungen und ihren Zielen heraus.
INVICTA ist deshalb kein starres Projekt, sondern ein Rahmen für unterschiedliche Programme in Syrien, im Libanon und in Afghanistan, die genau dort ansetzen, wo Frauen Unterstützung brauchen.
Viele Mütter konnten nie Lesen und Schreiben lernen. In unseren Alphabetisierungskursen holen sie das nach – praxisnah, alltagsbezogen und so, dass sie Verträge verstehen, Formulare ausfüllen und selbstständig mit Behörden umgehen können.
Unzählige Frauen verloren im Krieg ihre Männer und stehen plötzlich als Kriegswitwen allein mit ihren Kindern da. In Gesellschaften, in denen Frauen weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich auf die Rolle als alleinige Versorgerinnen vorbereitet sind, bedeutet das einen radikalen Bruch mit allem, was ihr Leben bisher getragen hat. Einkommen, rechtliche Absicherung und soziale Strukturen brechen weg — die Verantwortung für das Überleben der Familie bleibt trotzdem bei ihnen.
In unseren Women’s Workshops in Syrien und im Libanon lernen Frauen Handarbeiten Fähigkeiten, mit denen sie Einkommen erzielen können. Diese Orte sind zugleich geschützte Räume, in denen Gemeinschaft entsteht, Austausch möglich ist und Frauen beginnen, über das Erlebte zu sprechen. Arbeit, Würde und seelische Stabilisierung greifen hier ineinander.
In Afghanistan, wo Frauen systematisch aus Bildung und Arbeit ausgeschlossen werden, schaffen wir mit unserem Vida Programmen berufliche Perspektiven. Frauen lernen dort unter anderem handwerkliche Berufe, erwerben zusätzlich Kenntnisse in Lesen, Schreiben, Englisch und Buchhaltung und gewinnen damit ein Stück wirtschaftliche Eigenständigkeit in einem Umfeld, das ihnen genau diese Unabhängigkeit verwehren will.
Auch Mädchen stehen im Fokus von INVICTA. Wo Armut und Perspektivlosigkeit herrschen, werden Töchter oft viel zu früh verheiratet, weil Familien keinen anderen Ausweg sehen. Bildung ist hier der entscheidende Unterschied. Deshalb unterstützen wir Mädchen dabei, weiterführende Schulen zu besuchen oder eine qualifizierte Ausbildung zu machen – damit ihr Lebensweg nicht mit 14 Jahren endet, sondern überhaupt erst beginnen kann.
All diese Bausteine verbindet ein gemeinsames Ziel: Frauen und Mädchen sollen Fähigkeiten und Wissen erwerben, die sie in die Lage versetzen, eigene Entscheidungen zu treffen und für sich und ihre Familien zu sorgen. Denn starke Kinder brauchen starke Mütter – daran besteht für uns kein Zweifel.
INVICTA bedeutet nicht, Frauen zu „retten“.
INVICTA bedeutet, ihnen die Mittel zu geben, sich selbst und ihre Familien zu tragen – in Würde, mit Wissen, mit Fähigkeiten und mit eigenen Entscheidungen.





















